Schon beim ersten Blick in ein Tonstudio wird klar, dass hinter Filmen und Hörspielen steckt viel mehr Arbeit, als man denkt. In unserem Interview mit Makke Schneider einem Schauspieler und Sprecher vom WDR erfuhren wir, wie Hörspiele produziert werden und welche Herausforderungen der Beruf mit sich bringt.
Hörspiele entstehen meistens in speziellen Tonstudios. Dort gibt es verschiedene Bereiche für unterschiedliche Geräusche und Aufnahmen. Makke Schneider erzählte uns, dass manche Studios sogar Sandflächen, verschiedene Treppen oder Türen besitzen, um passende Geräusche aufzunehmen. Für bestimmte Szenen werden manchmal auch echte Orte genutzt.
Viele Menschen denken, Synchronsprechen sei einfach, doch tatsächlich ist es sehr komplex und technisch. Die Sprecher arbeiten Satz für Satz und müssen genau auf die Lippenbewegungen, Pausen und Atmung achten. Vor jeder Szene zählt ein Bildschirm von drei runter, bevor der Sprecher seinen Text im richtigen Moment spricht.
Nicht immer werden Kinderrollen auch von Kindern vertont. Denn das dauert oft länger, weil Kinder noch nicht so lange arbeiten dürfen. Außerdem ändert sich die Stimme eines Kindes schnell, weswegen die Sprecher häufiger ausgetauscht werden müssen. Deshalb verstellen Erwachsene oft ihre Stimme das nennt man „Changieren“. Laut Makke Schneider gehört genau das zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Synchronsprechers.
Außerdem erklärte er, wie wichtig es ist, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Stimme und Körpersprache müssen dabei zusammenpassen, sodass die Figuren echt wirken.
Auch moderne Technik spielt heute eine große Rolle. Vor allem Künstliche Intelligenz sorgt bei vielen Synchronsprechern für Sorgen. Manche Studios könnten Stimmen in Zukunft durch KI ersetzen. Deshalb gab es sogar Streiks und Boykotte gegen Verträge, in denen nicht eindeutig stand, dass die Stimmen nicht für KI benutzt werden dürfen. Denn Synchronsprechen ist ein Handwerk, das die Sprecher ihr Leben lang lernen und verbessern.
Makke sagte dazu :„Wenn eine KI meine Stimme benutzt, braucht man mich vielleicht irgendwann nicht mehr.“„ Trotz der Herausforderungen macht ihm der Beruf bis heute Spaß. Am schönsten findet er, dass sein Kindheitstraum wahr geworden ist. Im besten Fall kann man sein Hobby zum Beruf machen“, sagte er am Ende unseres Interviews.
Doch nicht nur Synchronsprecher wie Makke Schneider gehören zu diesem Prozess. Das durften wir während unseres Besuchs im „Studio Hamburg Synchron“erleben.
Im Studio wurde uns von Florian Schommbeck, ein Mitarbeiter des Studio Hamburg Synchron, erklärt dass es sieben wichtige Schritte bei der Produktion gibt. Als erstes wird der Text übersetzt. Danach schreiben Autoren das Synchronbuch, das ist ein sehr zeitaufwendiger Vorgang, weil die Wörter genau auf die Lippenbewegungen passen müssen. Autoren schreiben ungefähr Material für 10 Minuten pro Tag. Wenn das geschafft ist wirft die Redaktion ein Blick über diesen Text, welcher danach in kleine Stücke von ein bis drei Sätzen eingeteilt wird. Diese heißen Takes. Als nächstes werden die Aufnahmen festgelegt und die Sprecher gebucht. Nachdem die Sprecher ihre Takes eingesprochen haben sorgen die sogenannten „Cutter“ dafür das alle Störgeräusche und Sprachfehler retuschiert werden.
Kurz bevor der Kunde endlich das Ergebnis sehen kann, werden die Soundeffekte in der Mischung hinzugefügt. So viel Aufwand nur für eine deutsche Filmversion oder ein Hörspiel.
Das erste Hörspiel der Geschichte war „The Wolf“ (Der Wolf). Es wurde am 3. August 1922 vom US-Sender WGY in Schenectady, New York ausgestrahlt. Die Geschichte basierte auf einer Theaterstückadaption von Eugene Walter. Mit diesem Hörspiel begann die Entwicklung von Hörspielen im Radio, die später auf der ganzen Welt bekannt wurden. Seit dem haben die Geschichten aus dem Radio eine lange Reise von Schallplatten über Kassetten und CDs bis zu den heutigen Streamingdiensten gemacht.
Eine der erfolgreichsten Hörspielreihen ist „Die drei ???“. Seit 1979 produziert das Europalabel die Hörspiele über die drei Jungs aus Rocky Beach. Schon von Anfang an sprechen die Synchronsprecher Oliver Rohrbeck, als Justus Jonas, Jens Wawrczeck, als Peter Shaw und Andreas Fröhlich, als Bob Andrews die drei Detektive. Ihre Abenteuer wurden mehr als 50 Millionen mal verkauft und werden jährlich über eine Millionen mal gestreamt.
Wie im Fall der „Die drei ???“ werden die Charaktere von Feststimmen gesprochen. Unter einer Feststimme versteht man einen festen Synchronsprecher, der einen ausländischen Schauspieler in der deutschen Version oder eine Rolle dauerhaft und regelmäßig über viele Jahre hinweg synchronisiert. Das sorgt dafür das Zuschauer und Hörer die Stimme direkt wiederkennen.
Ein Problem wird das bei einem Wechsel. Ein Wechsel der Synchronsprecher passiert meistens, wegen gesundheitlichen oder finanziellen Gründen. Häufige Ursachen sind zum Beispiel der Tod eines Sprechers, Streit über die Bezahlung oder Terminprobleme. Manchmal wird die Stimme auch gewechselt, weil eine Figur älter oder jünger klingen soll. So ein Wechsel gefällt nicht allen Fans. Im Gegenteil denn nicht nur die Schauspieler und die Geschichte verleihen den Charakteren ihre Persönlichkeit. Auch ihre Stimmen sind eng mit ihren Rollen verknüpft. Weshalb ein Wechsel der Synchronsprecher sich ungewohnt und häufig nicht so authentisch anhört.
Unser interview und der Besuch beim Studio Hamburg Synchron zeigte, wie viel Aufwand hinter Hörspielen und Synchronisation steckt. Viele Menschen Arbeiten daran, damit am Ende alles perfekt zusammenpasst. Von der Übersetzung bis zu den Geräuschen braucht jeder Schritt viel Zeit. Auch wenn es mittlerweile neue Techniken gibt, bleibt Synchronsprechen eine Kunst.
von Johanna Kloth, Emely Hauer und Paulina Haumer
Schon beim ersten Blick in ein Tonstudio wird klar, dass hinter Filmen und Hörspielen steckt viel mehr Arbeit, als man denkt. In unserem Interview mit Makke Schneider einem Schauspieler und Sprecher vom WDR erfuhren wir, wie Hörspiele produziert werden und welche Herausforderungen der Beruf mit sich bringt.
Hörspiele entstehen meistens in speziellen Tonstudios. Dort gibt es verschiedene Bereiche für unterschiedliche Geräusche und Aufnahmen. Makke Schneider erzählte uns, dass manche Studios sogar Sandflächen, verschiedene Treppen oder Türen besitzen, um passende Geräusche aufzunehmen. Für bestimmte Szenen werden manchmal auch echte Orte genutzt.
Viele Menschen denken, Synchronsprechen sei einfach, doch tatsächlich ist es sehr komplex und technisch. Die Sprecher arbeiten Satz für Satz und müssen genau auf die Lippenbewegungen, Pausen und Atmung achten. Vor jeder Szene zählt ein Bildschirm von drei runter, bevor der Sprecher seinen Text im richtigen Moment spricht.
Nicht immer werden Kinderrollen auch von Kindern vertont. Denn das dauert oft länger, weil Kinder noch nicht so lange arbeiten dürfen. Außerdem ändert sich die Stimme eines Kindes schnell, weswegen die Sprecher häufiger ausgetauscht werden müssen. Deshalb verstellen Erwachsene oft ihre Stimme das nennt man „Changieren“. Laut Makke Schneider gehört genau das zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Synchronsprechers.
Außerdem erklärte er, wie wichtig es ist, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Stimme und Körpersprache müssen dabei zusammenpassen, sodass die Figuren echt wirken.
Auch moderne Technik spielt heute eine große Rolle. Vor allem Künstliche Intelligenz sorgt bei vielen Synchronsprechern für Sorgen. Manche Studios könnten Stimmen in Zukunft durch KI ersetzen. Deshalb gab es sogar Streiks und Boykotte gegen Verträge, in denen nicht eindeutig stand, dass die Stimmen nicht für KI benutzt werden dürfen. Denn Synchronsprechen ist ein Handwerk, das die Sprecher ihr Leben lang lernen und verbessern.
Makke sagte dazu:
„Wenn eine KI meine Stimme benutzt, braucht man mich vielleicht irgendwann nicht mehr.“Trotz der Herausforderungen macht ihm der Beruf bis heute Spaß. Am schönsten findet er, dass sein Kindheitstraum wahr geworden ist.
„Im besten Fall kann man sein Hobby zum Beruf machen“, sagte er am Ende unseres Interviews.
Doch nicht nur Synchronsprecher wie Makke Schneider gehören zu diesem Prozess. Das durften wir während unseres Besuchs im „Studio Hamburg Synchron“erleben.
Im Studio wurde uns von Florian Schommbeck, ein Mitarbeiter des Studio Hamburg Synchron, erklärt dass es sieben wichtige Schritte bei der Produktion gibt. Als erstes wird der Text übersetzt. Danach schreiben Autoren das Synchronbuch, das ist ein sehr zeitaufwendiger Vorgang, weil die Wörter genau auf die Lippenbewegungen passen müssen. Autoren schreiben ungefähr Material für 10 Minuten pro Tag. Wenn das geschafft ist wirft die Redaktion ein Blick über diesen Text, welcher danach in kleine Stücke von ein bis drei Sätzen eingeteilt wird. Diese heißen Takes. Als nächstes werden die Aufnahmen festgelegt und die Sprecher gebucht. Nachdem die Sprecher ihre Takes eingesprochen haben sorgen die sogenannten „Cutter“ dafür das alle Störgeräusche und Sprachfehler retuschiert werden.
Kurz bevor der Kunde endlich das Ergebnis sehen kann, werden die Soundeffekte in der Mischung hinzugefügt. So viel Aufwand nur für eine deutsche Filmversion oder ein Hörspiel.
Das erste Hörspiel der Geschichte war „The Wolf“ (Der Wolf). Es wurde am 3. August 1922 vom US-Sender WGY in Schenectady, New York ausgestrahlt. Die Geschichte basierte auf einer Theaterstückadaption von Eugene Walter. Mit diesem Hörspiel begann die Entwicklung von Hörspielen im Radio, die später auf der ganzen Welt bekannt wurden. Seit dem haben die Geschichten aus dem Radio eine lange Reise von Schallplatten über Kassetten und CDs bis zu den heutigen Streamingdiensten gemacht.
Eine der erfolgreichsten Hörspielreihen ist „Die drei ???“. Seit 1979 produziert das Europalabel die Hörspiele über die drei Jungs aus Rocky Beach. Schon von Anfang an sprechen die Synchronsprecher Oliver Rohrbeck, als Justus Jonas, Jens Wawrczeck, als Peter Shaw und Andreas Fröhlich, als Bob Andrews die drei Detektive. Ihre Abenteuer wurden mehr als 50 Millionen mal verkauft und werden jährlich über eine Millionen mal gestreamt.
Wie im Fall der „Die drei ???“ werden die Charaktere von Feststimmen gesprochen. Unter einer Feststimme versteht man einen festen Synchronsprecher, der einen ausländischen Schauspieler in der deutschen Version oder eine Rolle dauerhaft und regelmäßig über viele Jahre hinweg synchronisiert. Das sorgt dafür das Zuschauer und Hörer die Stimme direkt wiederkennen.
Ein Problem wird das bei einem Wechsel. Ein Wechsel der Synchronsprecher passiert meistens, wegen gesundheitlichen oder finanziellen Gründen. Häufige Ursachen sind zum Beispiel der Tod eines Sprechers, Streit über die Bezahlung oder Terminprobleme. Manchmal wird die Stimme auch gewechselt, weil eine Figur älter oder jünger klingen soll. So ein Wechsel gefällt nicht allen Fans. Im Gegenteil denn nicht nur die Schauspieler und die Geschichte verleihen den Charakteren ihre Persönlichkeit. Auch ihre Stimmen sind eng mit ihren Rollen verknüpft. Weshalb ein Wechsel der Synchronsprecher sich ungewohnt und häufig nicht so authentisch anhört.
Unser interview und der Besuch beim Studio Hamburg Synchron zeigte, wie viel Aufwand hinter Hörspielen und Synchronisation steckt. Viele Menschen Arbeiten daran, damit am Ende alles perfekt zusammenpasst. Von der Übersetzung bis zu den Geräuschen braucht jeder Schritt viel Zeit. Auch wenn es mittlerweile neue Techniken gibt, bleibt Synchronsprechen eine Kunst.
von Johanna Kloth, Emely Hauer und Paulina Haumer
