Sicherheit oder Populismus?
Vom 17-19 Juni tagen die Innenminister aller 16 Länder in Hamburg unter Vorsitz des Hamburger Innen- und Sportminister Andy Grote. Neben vielen anderen Themen soll über die Sicherheit in Deutschen Stadien diskutiert werden. Vom 03.12-05.12 gab es bereits eine Sitzung der IMK, damals wurde „Dialog statt Konfrontation“ versprochen und kaum eine der Geplanten Massnamen umgesetz, um welche Maßnamen es sich handelt ste unten im Bericht.
Schon damals protestierten Fanszenen und Fanvertreter gegen die Massnamen, der Höhepunkt der Proteste war eine Fandemonstration in Leipzig, wo 20.000 Fans aus dem ganzen land nach Leipzig reisten. Auch wurden die ersten 12 Minuten geschwiegen, mit all diesen Maßnahmen protestierten die Fanszenen gegen die Pläne der IMK.
Ein offizielles Maßnamenpaket der IMK liegt noch nicht vor, allerdings lässt sich aus Themen der Vorherigen IMK sowie aktuelle Aussagen auf folgende Themen schließen:
Einheitliche Stadionverbote
Stadionverbote sollen zukünftig bei den Vereinen einheitlich geregelt werden, aktuell liegt es bei den Vereinen, wie die Stadionverbote in der Praxis umgesetzt werden, die Vereine können darüber entscheiden, wie lange und welche beweise für ein Verbot nötig sind, außerdem plant die IMK die Schaffung einer Zentralen Stadionverbotkommesion, deren Aufgabe soll eine schnelle bestrafung der Täter sein.
Bessere Schulung des Ordnungspersonals
Das Ordnungspersonal in den deutschen Stadien Stadien soll nun aufgestockt und besser geschult werden, ausserdem wird auf eine Aufstockung von Fanbetreuern gesetzt
Reduzierung von Hochrisikospielen
Das Ziel der IMK ist, langfristig die einstufung „Hochrisikospiele“ abzuschaffen, Sachsens Innenminister Armin Schuster sagte, dass diese Spiele immer einen „immensen Krafteinsatz“ benötigen.
Hochrisikospiele sind bestimmte Spiele, die besonders brisant sind und wo sich die Fanlager sich feindlich gegenüber stehen und Randalen stärker befürchten. Hochrisikospiele wären zum Beispiel Hamburger SV gegen den FC St. Pauli, Dortmund gegen Schalke oder Mönchenglattbach gegen den FC Köln.
Vor der letzten Innenministerkonferenz standen Maßnamen wie Personalisirte Tickets, flächendeckende Ausweißkontrollen und KI-Gestützte Sicherheitskameras zur Debatte, diese werden allerdings durch die massiven Fanproteste vor der letzten IMK nicht weiter verfolg.
Ich spreche nun mit einem Fussballfan, der sich mit dem Thema auseinandersetzt hat und mir die Ansicht der Fanszenen genau nennen kann:
Frage: Wie haben sie von den IMK-Plänen gehört?
Fußballfan: Das erste Mal von den Plänen gehört habe ich nach einem Spruchband in den Deutschen Kurven mit der Aufschrift: „IMK 25: eure eigenen Statistiken zeigen, die Stadien sind sicher. Populismus stoppen!“ Seitdem gab es nahezu jedes Wochenende eine Aktion der Fanszenen Deutschland, bishin zur gemei Demonstration. Allerdings müssen wir auch in der nächsten IMK Sitzung massive Einschnitte in unsere einmalige Deutsche Fankultur befürchte.
Frage: Die IMK hat nach der letzten Maßnamen Transparents versprochen, ist davon etwas zu spüren?
Fußballfan: Nein, leider merkt man davon überhaupt nicht, weiterhin beraten die Innenminister im stillen Kämmerlein über die Maßnamen, eine Entwicklung, die besorgniserregend ist.
Frage: Warum sehen sie eine Stadionverbotskommesion so kritisch?
Fußballfan: Eine Mögliche Stadionverbotskommision wäre äußerst kritisch. Die SV-Kommison sieht vor, bei eingeleiteten Ermittlungsverfahren zwingen ein stadionverbot von mindestens 3 Monaten vorsehen, was bedeuten würde: die Schuld muss nicht bewiesen sein für ein Stadionverbot. Unschuldsvermutung gibt es also nicht.
Frage: Warum halten sie diese Maßnamen für populismus?
Fußballfan: Die verletztenzahlen in den Stadien gehen seit Jahren zurück. Es ist mehr als Absurd, diese Maßnahmen in die Wege leiten zu wollen. Leider sehen die Leute nur die bösen Fußballfans, die Pyro zünden oder Gewalt ausüben. Den Mehrwert oder die Antidiskriminirungsarbeiten sieht leider keiner. Die 1% der Fußballspiele, bei denen es zu Gewalt kommt, prägen sich mehr ein als die 99% der Spiele, wo nichts passiert.
Abschließend lässt sich sagen: Die Innenministerkonferenz beschäftigt sich weiterhin mit dem Thema sicherheit in den Stadien, während sie den Fans beim Thema überwachung entgegen kommt, steht weiter die verschärfung der Stadionverbotspraxis im Raum, die Fanseite hält diese Maßnamen weiterhin für absurt und fordert die Akzeptanz einer freien und Lebendigen Fankultur aufgrund der seit Jahren zurückgehende Zahl der verletzen in den Stadien.
Quellen:
-Die Zeit: Stadion-Sicherheit: Personalisierte Tickets vom Tisch
-Liga 2-online.de: Politik lenkt ein: Verschärfte Stadionmaßnamen vom Tisch
-Fussballnationalmannschaft.net: Sicherheit in den deutschen Bundesliga Fußballstadien: Innenministerkonferenz erhöht Druck auf DFL&DFB
