Klassenprojekt 8f
Verspätete Busse, überfüllte Bahnen oder dank Deutschlandticket flexibel durch die Stadt? Für uns Schülerinnen und Schüler ist
Mobilität ein wichtiges Thema im Alltag. Doch wie sieht die Zukunft des Verkehrs in Hamburg aus?
Für ein besonderes Interview hatte ich die Chance, mit Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks zu sprechen. Das Gespräch fand
telefonisch statt, weil er gerade in Oslo auf der internationalen Konferenz „Cross-border connections in Northern Europe“ war. Dort
ging es darum, wie Städte und Länder künftig besser miteinander verbunden werden können – zum Beispiel durch schnellere
Zugverbindungen.
Anjes Tjarks (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit 2020 Verkehrssenator in Hamburg und setzt sich besonders für moderne,
klimafreundliche Mobilität ein. Im Interview hat er erzählt, wie er selbst unterwegs ist und welche Pläne er für die Zukunft hat.
Herr Tjarks, Sie sind in Hamburg aufgewachsen. Wie sind Sie früher zur Schule gekommen?
Bis zur 8 Klasse bin ich mit dem Bus gefahren und danach meistens mit dem Fahrrad.
Und wie kommen sie heute zur Arbeit?
In der Regel fahre ich mit dem Fahrrad, etwa zu 85%. Nur selten nehme ich den Bus.
Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei ihnen aus?
Ich arbeite an verschiedenen Orten: etwa 30 % in der Behörde, 30 % von zu Hause und 30 % unterwegs bei Terminen.
Was sind die größten Herausforderungen in ihrem Arbeitsalltag?
Ein großes Problem ist, dass vieles sehr lange dauert. Die Prozesse sind oft zu langsam, was zu höheren Kosten und auch zu mehr
Stress für die Menschen durch Baustellen führt.
Welches Verkehrsprojekt ist ihnen in Hamburg am wichtigsten?
Symbolisch am wichtigsten war mir der Umbau des Jungfernstiegs zu einer autofreien Straße. Inhaltlich ist es vorallem der Bau der
neuen U-Bahnlinie U5.
Die U5 sorgt für viel Stau und auch für Umwege auf den Fahrradwegen. Wird die Baustelle wie vorgesehen 2033 fertig sein?
Ja, wird sie, sie wird sogar eher ein bisschen schneller fertig sein als vorgesehen. Es wird auch nicht alles so lange dauern, manche
Baustellen sind schon früher fertig. Auch wenn die Bauarbeiten – z.B. die Großbaustelle am Bramfelder Dorfplatz mit Staus und
Umleitungen für Fahrräder – im Moment nerven können, dafür wird es dann für die nächsten 100 Jahre die U5 und eine Unterführung
von der einen zur anderen Straßenseite geben.
Besonders spannend, die U5 wird fahrerlos sein. Was halten sie davon?
Das finde ich super. Fahrerlose U-Bahnen sind die absolute Zukunft. Sie sind effizienter, sicher und sparen Kosten.
In Hamburg gibt es das kostenlose Deutschlandticket für Schüler und Schülerinnen. Wird das so bleiben?
Im Moment schon. Die Kosten für das Deutschlandticket werden zwar wahrscheinlich steigen. Entscheidend ist aber, ob die Stadt
genug wirtschaftliches Wachstum hat, um solche Angebote weiter zu finanzieren. Eine Stadt braucht eine Perspektive. Dazu gehören
wirtschaftliches Wachstum, eine wachsende Bevölkerung und dadurch auch höhere Steuereinnahmen. Mit diesen Einnahmen lassen
sich dann soziale Leistungen finanzieren – zum Beispiel ein kostenloses Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler. Deshalb
bleibt das Ziel auf jeden Fall, das Deutschlandticket zu erhalten.
Wie wird sich die Mobilität für Schüler und Schülerinnen bis 2040 verändern?
Ich glaube, dass noch mehr Schülerinnen und Schüler Fahrrad fahren werden. Die Radwege werden besser ausgebaut, und viele
Jugendliche nutzen schon heute das Fahrrad am meisten.
Was ist ihr Wunsch für die allgemeine Mobilität in Hamburg im Jahr 2040?
Wichtig ist, dass mehr Menschen zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren – das ist gut für die Gesundheit und fürs Klima. Außerdem soll
der Verkehr stärker elektrisch werden. Und die U5 wird eine große Rolle spielen, weil sie täglich hunderttausende Menschen
transportieren kann und das gesamte Hamburger U-Bahn-Netz deutlich erweitert.
Das Interview mit Anjes Tjarks hat gezeigt: In Hamburg wird sich in den nächsten Jahren noch viel verändern. Vor allem Projekte wie
die neue U-Bahnlinie U5 und bessere Radwege sollen den Verkehr moderner und umweltfreundlicher machen.
Für uns Schülerinnen und Schüler bedeutet das vor allem: mehr Möglichkeiten, sicher und flexibel zur Schule zu kommen – egal ob
mit dem Fahrrad, zu Fuß oder der Bahn.
Auch wenn Baustellen manchmal nervig sind, könnten sie der Anfang einer besseren Zukunft für den Verkehr in unserer Stadt sein.
Oder wie Anjes Tjarks es zusammenfasst: Die Mobilität der Zukunft soll nicht nur praktisch sein, sondern „eine bessere und
lebenswertere Stadt“ schaffen.
Mika Voigt, Hamburg 24.05.2026
