30. Oktober 2020

Siemens-Shitstorm – Kritik von FridaysForFuture (Kommentar)

Bereits vor längerer Zeit unterschrieb der bekannte Konzern Siemens mit dem indischen Konzern Adani einen Vertrag. Adani plante ein großes Kohlekraftwerk in Australien und Siemens sollte sie mit nötigen Sensoren für die Schienen der Loren beliefern. Das ganze für 18 Mio. €. Besonders angesichts der Brände, die es zur Zeit in Australien gibt, gab es dazu einen medialen Aufschrei.

Das von Adani geplante Kohlekraftwerk wäre eines der größten überhaupt. Bis zu 60 Mio. Tonnen Kohle sollen pro Jahr gefördert werden können, entsprechend hoch wäre der Co2-Ausstoß. Der Bau hat sogar bereits begonnen. Der komplette Aufschrei wurde von Luisa Neubauer initiiert. Sie ist eine der größten Organisatorinnen von FridaysForFuture in Deutschland. Sie sagte: „Er [Siemens-Chef Joe Kaeser] unterliegt einem Interpretationsfehler: Diese Mine darf es nicht geben. Punkt! Siemens ist ein Konzern, der sich mitschuldig macht“ zu der Wochenzeitung Freitag. Siemens blieb jedoch hart. Sie müssten sich an den Vertrag halten, außerdem würde das Kraftwerk auch ohne sie gebaut werden. Fridays For Future (im folgenden FFF) reagierte darauf mit weiteren Streiks und auch außerhalb von FFF gab es Demonstrationen dagegen. Auch australische Klimaktivisten empörten sich über die Entscheidung von Siemens.

Siemens bot darauf hin Luisa Neubauer einen Job in ihrem Aufsichtsrat an. Sie lehnte jedoch ab. Sie habe Wichtigeres zu tun.

Meine Meinung: Mir ist keine dieser Meinungen wirklich fremd. Natürlich hat Siemens eine Vertragspflicht. Dieser Vertrag war (meiner Meinung nach) natürlich nicht gut. Aber jetzt, wo er unterschrieben ist…? Schaut man sich jedoch an, wie es in der Welt momentan aussieht und insbesondere noch aussehen wird, wenn wir nicht schnell etwas ändern, ist der Fall klar. Dieses Kohlekraftwerk darf es schlicht nicht geben! Einen Vertrag einzuhalten ist wichtig, hat hier aber einfach keine Priorität. Dieser Auftrag ist mit 18 Mio. € sogar noch (für Siemens-Verhältnisse) relativ klein.

Siemens hat sich in der Vergangenheit ein Image als sehr klimabewusster Konzern aufgebaut. All das wird nun zerstört. Angesichts dessen, müsste man sich mal Gedanken machen, ob dieser Image-Schaden nicht vielleicht mehr kosten würde als 18 Mio. €.

In jedem Falle ist es ein Thema, zu dem man viel diskutieren kann. Die Entscheidung fiel auch mir nicht leicht und dennoch bin ich jetzt recht entschieden. Dieses Kohlekraftwerk darf es niemals geben! Wenn das der Preis ist, dann sollte man ihn zahlen.