26. Oktober 2020

Corona, die Welt und ich

Felix Müller, 8e

Hamburg – 26. März 2020

CORONA, es gibt kein anderes Thema mehr in den Medien, den sozialen Netzwerken und auch im telefonischen Austausch mit Freunden wird nur noch über Corona (Covid-19) gesprochen. Nun gut. Ein zweites vorherrschendes Thema auf den sozialen, privaten Plattformen ist die schulische Flut an Aufgaben, die im Homeschooling-Modus zu bewältigen sind. Ein Spagat zwischen vordergründiger Normalität und einer nie dagewesenen Sorge und Angst macht sich auch bei mir so langsam breit.

Vor 4 Wochen war das Corona Virus noch weit weg, eher ein Problem des asiatischen Kontinents, weit weg von Europa, weit weg von Deutschland und weit weg von mir und meiner Familie. Doch bereits in den Frühjahrsferien kamen die Auswirkungen des verherenden Virus immer näher. Es fing mit Regeln, die die Hygiene betrafen, wie z.B. gründlich Händewaschen oder Distanz zu Personen halten, an. Aber selbst in dieser Situation war der unsichtbare und unberechenbare Gegner nicht greifbar und deswegen noch nicht beängstigend.

Das Ausmaß habe ich erst in der zweiten Ferienwoche direkt gespürt. Die sonst so vollen Regale in den Supermärkten waren zum Teil leer. Toilettenpapier, Mehl und Seife waren plötzlich nicht mehr wie gewohnt im deutschen Überfluss verfügbar und man wurde bombardiert mit satirischen, lustigen Clips zu diesem Thema. Die Menschen, vor allem die älteren Personen, waren verängstigt, unsicher und besorgt. Auch ich habe so langsam begriffen, dass wir gegen einen unbekannten, tödlichen Feind kämpfen müssen.

Wie geht es mir heute damit? Die Schule ist geschlossen, die sozialen, physischen Kontakte sind untersagt. Meine Großeltern habe ich seit Wochen nicht mehr gesehen. Mir fehlt das Miteinander mit meinen Freunden und selbst zur Schule würde ich gern mal wieder gehen.

Was uns zu Hause hilft ist, dass wir unseren Alltag strukturiert und einen „Master-Tagesplan“ entworfen haben. Nur so ist das ungewohnte rund um die Uhr Zusammenleben mit so unterschiedlichen Bedürfnissen überhaupt möglich und erträglich. Der abgestimmte Plan gibt uns Sicherheit und Verbindlichkeit am Tage. Es ist beruhigend zu wissen, dass wir als Familie ein gut funktionierendes Team sind. Wir schaffen diese Krise.

Doch dann geht mein Blick nach außen und nach wie vor ist man fassungslos, was auf der Welt passiert. Die Zahlen der Toten aus Italien oder Spanien sind nicht zu begreifen und der Blick auf andere Kontinente lässt nur vage erahnen, was für menschliche Katastrophen noch uns bevorstehen.

Vor einer Woche ist nun das Virus auch in unserem Freundeskreis, im unmittelbaren Umfeld, angelangt. Die ersten Familien sind unterschiedlich stark betroffen. In diesen Momenten wird einem verdeutlicht, dass der Virus auch vor der eigenen Haustür nicht unbedingt halt machen wird. Man kann nur hoffen, dass es bald ein Gegenmittel geben wird und wir alle heil aus dieser gesundheitlichen aber auch wirtschaftlichen Krise kommen. Tag für Tag, immer kleinschrittig weiter machen, so wird mein Corona-Weg sein.