4. Dezember 2020

Das Tagebuch eines Fisches

Sonntag, 23. November… Wie viel Uhr auch immer… (Eigentlich ja auch vollkommen egal)

Hallo, ich heiße Egon. Ich bin ein Goldfisch. Ich wohne in einem riesigen Aquarium. Bei Lady Winter. Mein Aquarium ist voll mit Pflanzen und Figuren. Aber leider bin ich der einzige Fisch in diesem Aquarium. Seit ein paar Wochen schwimme ich hier nun schon herum. Ganz allein… Seufz! Jeden Tag dasselbe. Morgens: Ein bisschen Futter. Mittags: Lady Winter sitzt vor dem Fernseher. Abends um 17:00 Uhr: Teekränzchen mit Lady Winters Freundinnen. Abends um 21:10 Uhr: Licht aus und schlafen.

Montag, 24. November… Ebenfalls keine Ahnung, wie spät es ist. Auf jeden Fall sehr spät…

Heute war das selbe Programm wie gestern. Um meinen Tag etwas abzuwechseln habe ich ein Lustiges Taschenbuch gelesen und versucht selber einen Comic zu malen… Wieso habe ich kein Lineal?!!!!! Auf jeden Fall hat Lady Winter heute eine neue Freundin zu ihrem Teekränzchen eingeladen. Sie scheint ganz nett zu sein. Aber man weiß ja nie…

Dienstag, 25. November … Immer noch keine Ahnung… ach ihr wisst schon was.

Kein neues Programm. Heute habe ich versucht mit einer Pflanze zu boxen. Seit wann können Pflanzen so gut boxen?!!!!!!! Meine Kiemen tun weh. Aua! Die neue Freundin von Lady Winter war wieder da. Sie heißt Susanne Summerby und hat ein herrlich fröhliches Lachen.

Mittwoch, 26. November

Heute habe ich ein Lied geschrieben:

Ganz allein ein kleiner Fisch. Blicke auf den Sofatisch. Der Sofatisch ist nicht allein. Wieso muss ich nur so alleine sein???

Nachdem ich das Lied lauthals vor mich hin geblubbert habe, hat die neue Freundin von Lady Winter – Susanne Summerby – mich ganz intensiv und von allen Seiten angeschaut. Vor Aufregung standen mir die Schuppen zu Berge.

Donnerstag, 27. November

Heute habe ich den ganzen Tag Saltos gemacht, bis mir schlecht wurde. Außerdem habe ich mich total auf das Teekränzchen gefreut, besser gesagt auf Lady Summerby. So gegen 17:00 Uhr kamen dann Lady Maze, Lady Petunia und Lady Rainbow. Aber weit und breit war keine Lady Summerby. Traurig habe ich mich für den Rest des Tages hinter den Pflanzen verkrochen. Wieso ist sie nicht gekommen?

Freitag, 28. November

Zunächst fing der Tag wie jeder andere an: Morgens: Ein bisschen Futter. Mittags: Lady Winter sitzt vor dem Fernseher. Abends um 17:00 Uhr: Teekränzchen. Leicht verspätet um 17:11 Uhr traf Lady Summerby ein. Schnurstracks kam sie auf mein Aquarium zu. Ein wenig verwundert sah ich sie an und wedelte wild mit der Schwanzflosse. Sie kam ganz nah an meine Scheibe heran und lächelte. Während ich überlegte, ob ich zurücklächeln sollte, plumpste plötzlich etwas klitzekleines neben mir ins Wasser. Ich drehte mich um und blickte in das schönste Goldfischgesicht, das ich je gesehen habe. Ab da begann ein völlig anderes, wunderschönes Leben.

Quelle: Kölle Zoo

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