14. August 2020

Gewaltverherrlichung – Was dürfen Filme?

Ein Thema, dass rund um Film immer wieder auftaucht ist ,,Was darf ein Film?“ meistens mit Blick auf Gewaltverherrlichung u. Ä. Zeigt ein Film Gewalt nur oder ruft er sie auch hervor? Falls letzteres der Fall ist, in wie weit müsste man Filme dann zensieren? Ich versuche in diesem Artikel antworten darauf zu finden.

Vor circa einem halben Jahr kam die Diskussion wieder neu auf und zwar anlässlich des Filmstartes von Joker. Vor allem in den USA war das wirklich ein Thema. Vor 43 Jahren wurde die Diskussion von Taxi Driver hervor gerufen. In Taxi Driver geht es (ohne zu Spoilern) um einen Taxifahrer, der keine sonderlich hohe Meinung von der Gesellschaft hat und beschließt etwas zu unternehmen. Beide Filme zeigen, wie Menschen zur Gewalt finden.

Auf die Frage, ob ein Film das nun darf oder nicht, gibt es zum einen natürlich die einfache und kurze Antwort: Ja, denn Kunst darf alles. Aber dennoch sollte man sich ein wenig genauer mit der Kritik auseinander setzen.

Ich werde in diesem Beitrag auf einige Filme eingehen. Ich werde aber nichts spoilern, sondern mich auf Konzepte und offensichtliche Dinge beschränken.

Joker erzählt die Geschichte eines Mannes, der seinen Weg zur Gewalt findet und sieht, dass das für ihn funktioniert. Wir sehen im Film auch direkt, dass ihn die Gewalt, die er ausübt nicht wirklich beschäftigt, sondern sogar beflügelt, was aber auch damit zusammen hängen könnte, dass er mit der Gewalt die Dinge endlich selbst in die Hand nimmt. All‘ das zeigt uns Joker und trotzdem kommt es nie wirklich zu einem Statement über Gewalt. Der Film zeigt, wie es dem Charakter mit der Gewalt geht, gibt dem Zuschauer aber keine Emotion vor. Er sagt uns nicht, was wir fühlen oder denken sollen, sondern überlässt das uns. Der Film versucht nicht uns von irgendetwas zu überzeugen, sondern konfrontiert uns mit unseren Moralvorstellungen. Jemand der gegen Gewalt ist, wird das auch nach Joker noch sein. Selbst, wenn sie leicht zu beeinflussen sind.

Kunst ist nämlich kompliziert. Joker und Taxi Driver besonders. Denn diese Filme wollen diskutiert werden, sie wollen, dass man über sie nachdenkt und sich überlegt was das ganze bedeuten könnte. Sie wollen nicht einfach nur hingenommen und wegkonsumiert werden. Und genau deshalb kann man diese Filme nicht einfach auf eine Botschaft beschränken. Schon die Annahme, dass diese Filme so einfach wären, beleidigt diese. Sie sind viel viel mehr als das.